Zusatzkurs Geschichte gestaltete die Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag am 14.11.2021 auf dem Parkfriedhof mit

Nachdem im letzten Jahr auf dem Parkfriedhof coronabedingt keine Gedenkfeier stattfinden konnte, war es in diesem Jahr möglich und unsere Schülerinnen und Schüler gestalteten gemeinsam mit dem SPD-Ortsverein Huttrop / Südostviertel ein angemessenes Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt.

Schon zwei Wochen zuvor sammelte der Zusatzkurs mit unserem Projektleiter Thomas Hammacher und der Bildungsreferentin des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Kinga Kazmierczak, Ideen für die Gestaltung dieses Tages und eine Woche später stand die Planung bzw. der Ablauf. Hierbei zeigte sich, dass die Schülerinnen und Schüler durch die Projektarbeit bereits für ein öffentliches Bewusstsein und Erinnern sensibilisiert wurden und persönliche Lehren für die Gegenwart und Zukunft ziehen, z.B. im Hinblick auf den Umgang mit aktuellen gesellschaftlichen Konflikten.

Am Gräberfeld II mit 52 KZ-Opfern eröffnete der stellvertretende Bezirksbürgermeister Stefan Pfeifer die Gedenkfeier mit einer Rede, in der er daran erinnerte, dass die sogenannten „vergessenen“ Opfergruppen, zu denen neben „Asozialen“, „Berufsverbrechern“ auch Homosexuelle, Bibelforscher, Roma, SAW-Gefangene (Sonderabteilung Wehrmacht) und Euthanasie-Opfer zählen, erst durch einen Beschluss des Bundestages im Februar 2020 als offizielle Opfergruppe anerkannt werden. Zudem betonte er, wie wichtig die aktive Aufarbeitung der Biografien der Opfer durch die Schülerinnen und Schüler ist und bedankte sich für das große Engagement.

Danach hielt unser Projektleiter Herr Hammacher eine Rede und machte deutlich, dass durch das Projekt „Wenn nur noch Steine bleiben“ schon 50 Biografien dieses Gräberfeldes aufgearbeitet wurden und nur noch 2 Biografien im Dunkeln liegen. Insgesamt wurden in den letzten fünf Jahren aber schon über 80 Biografien von Schülerinnen und Schülern des Burggymnasiums und unserer Schule aufgearbeitet, denn auch auf anderen Essener Friedhöfen liegen Menschen, die als Gegner des nationalsozialistischen Regimes umgebracht wurden. Geschätzt weitere 800 Biografien müssen aufgearbeitet werden, so dass man sagen kann, dass die Aufarbeitung erst am Anfang steht. Denn wir wollen an diesem Tage nicht nur mahnen und Kränze in Erinnerung und im Gedenken an alle Opfer von Krieg, Terror und Gewalt niederlegen, sondern uns an die Menschen, ihre Namen, die Orte und die Ereignisse erinnern und ihnen damit ein Gesicht und ihre Würde zurückgeben.

Hierauf stellten unsere Schülerinnen und Schüler alle 52 Biografien kurz vor, indem sie sich selbst als die Person vorstellten, die Lebensdaten nannten, den Todesgrund und in welchem Vernichtungslager / Konzentrationslager bzw. welcher Tötungsanstalt sie umgebracht wurden. Darauf legten sie eine Rose auf jeden Grabstein nieder. Emotional wurde es bei der Biografie von Otto Wenzel, der als Deserteur im Juni 1942 im Konzentrationslager Flossenbürg umgebracht wurde (als amtliche Todesursache wurde eine Herzschwäche infolge einer Lungentuberkulose attestiert), denn die Tochter war ebenfalls zugegen und er war der Großvater unseres Projektleiters.

Im Anschluss bekräftigte Stefan Pfeifer, dass die weitere Aufarbeitung und Auseinandersetzung immens wichtig ist und wir alle gemeinsam weitermachen und weiter nachhaken werden, um die Erinnerung aufrechtzuerhalten. Darauf folgte die Kranzniederlegung mit dem Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Christian Kaiser vor der Stele der Gedenkstätte.

Nach der Schweigeminute erfolgte als dramaturgischer Höhepunkt dieser Gedenkfeier ein Abschlussgedicht, hervorragend vorgetragen von unserer Schülerin Isabella Kumankama, in dem es darum geht, „nicht zu vergessen“!

Am Ende bedankte sich Herr Hammacher für eine rundum gelungene und würdige Gedenkfeier, an der die Schülerinnen und Schüler einen großen Anteil hatten und deshalb gebührt ihnen dafür großer Respekt und auch Dank. Dies bestätigten nach der Veranstaltung sowohl Dirk Heidenblut (MdB, Abgeordneter der SPD im Deutschen Bundestag) als auch Frank Müller (MdL, Landtagsabgeordneter der SPD) in einem persönlichen Gespräch.

Das Abschlussgedicht von Isabella Kumankama

Bildergalerie zur Gedenkveran​staltung