Geschichtsprojekt: Wenn nur noch Steine bleiben

Besuch des Zusatzkurses Geschichte auf dem Parkfriedhof am 02. September 2021:
Bereits im sechsten Jahr läuft nun das Projekt „Wenn nur noch Steine bleiben“ an unserer Schule, welches vom Haus der Essener Geschichte (Stadtarchiv), dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und dem Historiker Thomas Hammacher getragen wird. Herr Hammacher, der Initiator dieses Projekts, recherchiert und bearbeitet die Biografien „vergessener“ NS-Opfer mit den Schülerinnen und Schüler und betreut das Projekt wissenschaftlich. Zu den „vergessenen“ Opfern zählen neben „Asozialen“, „Berufsverbrechern“ auch Homosexuelle, Bibelforscher, Roma, SAW-Gefangene (Sonderabteilung Wehrmacht) und Euthanasie-Opfer.

Im Rahmen des Projekts besuchte der Kurs die vier Gräberfelder der Opfer des Zweiten Weltkrieges auf dem Parkfriedhof, einem Ort der Erinnerung, des Gedenkens und des Lernens.

Einen spannenden, aber auch erschütternden ersten Eindruck erhielten hier die Schülerinnen und Schüler unter der Leitung der Bildungsreferentin des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Kinga Kazmierczak, und unseres Projektleiters Thomas Hammacher.
Während der Führung setzten sich die Schülerinnen und Schüler erstmalig mit den Toten und Ermordeten des Zweiten Weltkrieges auseinander und lernten auch das Gräberfeld kennen, für das sie am Volkstrauertag in diesem Jahr (14. November) die Gedenkveranstaltung mitgestalten werden.

In diesem Jahr forschen und recherchieren die Schülerinnen und Schüler zu acht Biografien und geben den „Steinen ein Gesicht“, denn so beginnt tatsächlich die Arbeit des Kurses – am Anfang gibt es nur den Grabstein mit dem Namen der Ermordeten und von dem Zeitpunkt an beginnt die „Detektivarbeit“.

Dieses Projekt lebt von den Forschungsergebnissen der Schülerinnen und Schüler, denn sie leisten einen wichtigen Beitrag für die Archive in den Gedenkstätten und deshalb ist die Motivation außerordentlich hoch.